Übersetzungen von Carles' Blog ins Deutsche

16. September 2015

CÍRCULO DE ESCUCHA =ARBEITSKREISEN DES ZUHÖRENS

 

Um welche Arbeit handelt es sich in den "Arbeitskreisen des Zuhörens"
in der PRESENCIA BIODINÁMICA®?
Das Wesentliche dieser Arbeit ist ein „reines Zuhören“ zu entdecken. Wir
nehmen eine Art Öffnung war, die uns zeigt, wie stark der Impuls und die
Macht unserer alltäglichen menschlichen Konditionierung ist: dass wir
gefangen sind in Vorstellungen über uns selbst und andere, dass wir diese
Glaubenssysteme mit Gewalt verteidigen - nicht nur als Individuen, sondern
auch als Kollektiv - und dass diese Verteidigung dafür sorgt, dass wir isoliert
von anderen und uns selbst bleiben.
Ein anderer Aspekt, der dieses „reine Zuhören“ bietet, ist die Erfahrung, in
einen inneren und äußeren Raum der Stille zu gelangen,wo keine Trennung
oder Begrenzung zwischen Außen und Innen vorliegt. Es gibt keinen
anderen.

In Liebe
Carles

 

Februar 2015
VERTRAUE!
Du bist dem Leben eher behilflich, wenn du
nicht beabsichtigst etwas wiedergutzumachen.
Du wirst für diejenigen, die du nicht zu
verbessern versuchst vielleicht sogar ein Segen
sein. Heilung geschieht, wenn du aufhörst zu
interferieren und stattdessen einfach lauschst.
Vielleicht ist die ständige Suche nach
Problemen und deren Lösungen nicht das, was
das Leben am nötigsten hat.
Möglicherweise ist die Wahrnehmung der
Unzertrennlichkeit zwischen dem Menschen
und dem Leben, und das tiefgründige
Akzeptieren der Dinge, so wie diese sind, das,
was das Leben am nötigsten hat.
Ein mutiges Engagement mit dem Leben, auch
wenn es für den Verstand paradox erscheint.
In Liebe
Carles Compañ

 

Die Angst
13. März 2015
Was zählt ist das, was ich gerade in diesem Augenblick
spüre. Die Angst geschieht jetzt und ich möchte sie
bewältigen. Wird mir klar, dass ich mich nach einer
Erklärung für diese Angst sehne, kann ich meinem inneren
Dialog aufmerksamer folgen: Gestern hatte ich Angst vor
irgendetwas, heute habe ich Angst vor etwas anderem und
übermorgen werde ich mich erneut über etwas anderes
fürchten; die Angst bleibt dabei immer dieselbe. Wenn ich
dieser tief verwurzelten Angst lausche und dabei versuche
meinen Fokus auf meine persönliche Vergangenheit, die
mit der Angst verbunden ist, aufzugeben, erlaube ich, dass
eine „sensorische“ Angst in den Vordergrund tritt.
Schweige ich und gebe ich dieser sensorischen Angst die
Freiheit zu sprechen, so läuft sie ins Leere, und das was per
sistiert ist die Ruhe. Alles Weitere ist lediglich
Vergangenheit, eine “Geschichte“. Von diesem Ort der Stille
aus, wird Handeln möglich.
In Liebe
Carles

 

Posted: 09 Oct 2014 08:49 AM PDT

 

Das Leid
Das individuelle Selbst, das Ego, versucht eine Haltung zu finden um das, was wir
mein Leben“ nennen aufrechtzuerhalten, zu behaupten, zu inszenieren, sich zu
bemühen, dass die Ereignisse dahin gehen wohin wir wollen, dass wir alles im Griff
haben. Diese Art „zu leben“ haben wir schon als kleine Kinder erlernt. Genau das ist,
was die Gesellschaft von uns erwartet: dass wir unseres Leben in die Hand nehmen,
dass wir wissen, was wir wollen und, dass wir fähig sind – egal wie - das zu erreichen
was wir vorhaben.
Es scheint uns, als ob, alle „anderen“ wüssten wo sie sind, was sie zu tun haben, wohin
sie gehen, und wir, hingegen, sind unfähig eigens persönliches Leben oder unsere
persönlichen Geschichten“ aufrechtzuerhalten, ohne dass sie auf uns „stürzen“ und uns "zerquetschen".

Das Leiden entsteht, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Vorstellung vom Leben
aufrechtzuerhalten und dabei nicht SPÜREN und nicht MERKEN, dass unser Leben uns
buchstäblich zu Boden drückt! Wir leiden wenn wir NICHT SEHEN können, dass uns
ALLEN das Gewicht unseren persönlichen Lebensgeschichten und die Vorstellungen
unserer Zukunft überwältigen, einengen und belasten.


Man könnte sagen, dass wir alle, mehr oder weniger zu Boden gedrückt werden. Erst
dann, wenn der Druck und die Belastung so hoch wird, dass es praktisch unmöglich ist,
ihn weiterhin zu tragen, fallen wir in eine „Depression“und trennen uns von den anderen
und von uns selbst!
Auch wenn wir alle nicht unter klinischen Depressionen leiden, gehen wir durch das
Leben mit einer schweren Bürde von Annahmen über uns selbst; Lebensgeschichten
die wir selber sogar erstellt haben um zu versuchen das Leben dahin zu führen wohin
wir WOLLEN! Schrittweise scheitern wir fast alle bei diesem Versuch jemand zu sein,
der wir NICHT SIND!

Das Leid nimmt tausenden Formen an: Depression, Panik, Phobien, Existenzangst,
Schüchternheit usw. Eigentlich könnten wir sagen, wir leiden gemäß unserem
„Unverdauten“: das, was wir in unserem Leben immer noch nicht „verdaut“ haben.
Entweder betrachten wir unsere Not als etwas schreckliches, dass wir unbedingt meiden
und „verbessern“ müssen oder wir betrachten unser Leid als das, was es eigentlich ist:
ein klares Zeichen, ein Wegweiser der uns den Weg „nach Hause“ anzeigt.


In Liebe
Carles